Pressecenter der Freien Wählergemeinschaft



FWG der VG Asbach will Gottschalks Rücktritt

„Vertrauensbasis in der Verwaltung ist zerstört“

VERBANDSGEMEINDE ASBACH.  Ein Leserbrief schlägt hohe Wellen:  Der 1. Beigeordnete der Verbandsgemeinde hatte Bürgermeister Lothar Röser scharf angegriffen  -  nun fordern die Freien Wähler die Neubesetzung des Stellvertreterpostens.

Was war die Ursache?  Die Rhein-Zeitung hatte in einem Pressebericht über seine ersten 100 Tage im Amt über die Idee Rösers berichtet, einen Bürgerbeauftragten für die Verbandsgemeinde einzusetzen.  Daraufhin warf ihm sein Stellvertreter per Leserbrief u. a. vor, dies sei eine „schallende Ohrfeige“ für alle ehrenamtlich Tätigen.

Aber nicht, dass Gottschalk die Idee Rösers, einen Bürgerbeauftragten einzusetzen ablehnt, werfen ihm die FWG-ler nun vor, sondern die Art und Weise, wie er damit an die Öffentlichkeit gegangen ist.

„Die Idee Rösers zu einem Bürgerbeauftragten wurde in dem Pressebericht über ihn gerade mal in einem einzigen Absatz erwähnt und auch für jeden Leser erkennbar als „Lagerfeuer-Idee“ apostrophiert.  Details dazu wurden nicht näher ausgeführt.“  resümierte Otto Hambuch, der stellvertretende FWG-Vorsitzende aus Buchholz.  „Auf dieser Grundlage schäumt Gottschalk dann, dass er erst aus der Presse von den „Plänen“ Rösers erfahren habe, rechnet bereits die Kosten aus, obwohl noch nicht einmal über Umfang, Haupt- oder Ehrenamt diskutiert wurde und moniert, dass es dann der erste Bürgerbeauftragte einer Verbandsgemeinde wäre.  Na und?“

Weiter habe sich Gottschalk dann ohne Kenntnis der Details von Rösers Idee bereits ausdrücklich dagegen ausgesprochen und  „intensiv versucht, Bürgermeister und Ehrenamtsträger gegeneinander auszuspielen.  Und das alles in einem einzigen Leserbrief.  Was für eine Leistung!“  Aber dies sei noch gar nicht der Kern des Problems:

„Bürgermeister Röser war zu dieser Zeit aufgrund einer Fortbildungsmaßnahme nicht in der Gemeinde, Gottschalk deshalb als sein Stellvertreter amtsführend.  Statt abzuwarten, bis Röser wieder zurück ist und das Thema erst einmal mit ihm zu diskutieren, hat er ihn in Abwesenheit und ohne Notwendigkeit in einer nicht akzeptablen Weise polemisch angegriffen.  Das ist ein unglaublicher Vertrauensbruch, der auch mit einer Entschuldigung nicht mehr zu reparieren ist.“

Den Grund für Gottschalks Leserbrief sieht Limbacher FWG-Schriftführer Hermann Bernardy im  „Verlust der alleinigen Macht im Rathaus nach der Kommunalwahl“, den die CDU noch immer nicht verwunden habe.  „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gottschalk das alles ohne Zustimmung oder Auftrag seiner Parteifreunde geschrieben hat, und das lässt die Christdemokraten wenig christlich und genau so wenig demokratisch dastehen.“  Man sei in der Führungsriege der CDU offenbar bereit, aus machtpolitischen Gründen jede Form des Anstands außer Acht zu lassen, meint Bernardy.

„Auch wenn noch andere Mitglieder seiner Partei daran beteiligt waren trägt Gottschalk die Verantwortung, schließlich hat er das Schreiben in seiner Eigenschaft als Beigeordneter verfasst und unterzeichnet.“  so der Vorsitzende der Freien Wähler Willi Winter (Bühlingen).  „Wer will denn von Röser jetzt noch verlangen, einem Stellvertreter zu vertrauen, der ihm in seiner Abwesenheit derartig in den Rücken fällt?  Und wer soll Gottschalk jetzt noch glauben, dass er ein zuverlässiger Stellvertreter des Bürgermeisters ist  -  und nicht Stellvertreter seiner Parteifreunde?“

Das Ergebnis der Diskussion fasst Pressesprecher Rainer Högner (Strauscheid) zusammen:  „Eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister Lothar Röser und dem 1. Beigeordneten André Gottschalk ist aus unserer Sicht nicht mehr möglich, eine weitere Zusammenarbeit ohne Vertrauensgrundlage sowohl für den Bürgermeister wie auch für die Bürger und die Mitarbeiter der Verwaltung nicht zumutbar.  Herr Gottschalk hat sich mit seinem unwürdigen Verhalten selbst für sein Amt disqualifiziert und muss daraus die Konsequenz ziehen:  Er sollte zurücktreten und sein Amt für eine besser geeignete, vertrauenswürdige Person frei machen.“

27.04.2010



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