Pressecenter der Freien Wählergemeinschaft



Ein Eigentor der Asbacher CDU

André Gottschalk, Beigeordneter der Verbandsgemeinde, greift seinen Chef an

VERBANDSGEMEINDE ASBACH.  Eine „Lagerfeuer-Idee“ des parteiunabhängigen Bürger- meisters Lothar Röser, der über einen Bürgerbeauftragten nachdenkt, will die Verbandsgemeinde-CDU während dessen beruflich bedingter Abwesenheit zu einem ersten Demontageversuch des Verwaltungschefs nutzen  -  und schickt ausgerechnet dessen Stellvertreter, den 1. Beigeordneten und Rechtsanwalt André Gottschalk dafür ins Feld.

In einem in der Rhein-Zeitung veröffentlichten Leserbrief verweist er darauf, dass Röser selbst die Aufgabe eines Bürgerbeauftragten wahrzunehmen habe und schreibt von einer „schallenden Ohrfeige“ für alle, die in der Gemeinde ehrenamtlich tätig sind.  Hätte Gottschalk wenigstens den RZ-Artikel, auf den er sich damit bezieht, richtig gelesen, hätte er sich die Mühe sparen können.

Seine süffisante Frage, ob denn nun die Verwaltung auf einmal so schlecht arbeite, dass sich daraus der Bedarf für einen Bürgerbeauftragten ergibt, hatte Röser dort bereits beantwortet:  Das Gegenteil ist der Fall.  Dass seine Aussage vor der Wahl, er wolle „dafür sorgen, dass die Bürger gerne ins Rathaus kommen“, ihm nach der Wahl eine so überwältigende Resonanz beschert, dass er bereits zwei Monate im Voraus „ausgebucht“ ist, damit konnte er sicher nicht rechnen.  Dass er nun, mehr als 100 Tage im Amt, immer noch mindestens so beliebt ist wie bei seiner Wahl, ist nicht nur ein schmerzender Stachel im Fleisch von Gottschalks Mehrheitspartei, es ist auch die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte, die es in der Verbandsgemeinde Asbach so unter keinem der früheren Bürgermeister gegeben hat  -  die aber auch praktische Probleme mit sich bringt, die gelöst werden müssen.  Ein „Schlag ins Gesicht“ mag diese Situation sein, aber wohl eher für diejenigen, die als Amtsvorgänger Rösers Probleme aufgrund hoher Popularität nie hatten.

Röser ist nicht nur der „hauptamtliche Bürgerbeauftragte“, sondern vor allem hauptamtlicher Verwaltungschef und Vorsitzender des Verbandsgemeinderates, und da er diese Aufgaben ernst nimmt, ist das bereits mehr als ein normaler Vollzeitjob.  Dadurch setzt er für all die Aufgaben, die die Bürger von ihm als „Bürgermeister für alle“ selbstverständlich auch erwarten dürfen, für die abendlichen Sitzungen, die Einladungen zu Festivitäten, die vielen Gespräche am Rande von Veranstaltungen und Treffen, ebenso seine Freizeit ein wie die von Gottschalk angeführten ehrenamtlich Tätigen  -  wobei die Ortsbürgermeister in unserer Verbandsgemeinde neben ihrem Ehrenamt alle keinen Vollzeitjob „nebenbei“ haben, für die Ehre aber Aufwandsentschädigungen erhalten, für die mancher Arbeitnehmer gerne auf seinen Job verzichten würde.

Aber selbst ein hauptamtlicher Bürgermeister muss irgendwann mal ins Bett, und wenn die Nachfrage nach seiner Präsenz die noch verfügbare Zeit ständig und auf Dauer übersteigt, ist es nicht nur erlaubt, sondern notwendig, dass er sich Gedanken darüber macht, wie das Problem zu lösen ist  -  und da ist ein Bürgerbeauftragter als „Puffer“ und Koordinator zwischen Bürger und Verwaltung zumindest eine von mehreren Möglichkeiten.  Dazu muss auch nicht zwangsläufig, wie von Gottschalk dargestellt, ein neuer hochbezahlter Mitarbeiter eingestellt werden.  So könnte es sich durchaus als sinnvoll erweisen, in Verbindung mit internen Umstrukturierungen hierfür kostenneutral eine/n erfahrene/n Mitarbeiter/in aus dem eigenen Haus einzusetzen.  Vielleicht findet sich im Verlauf des ja noch offenen Denkprozesses auch eine andere, noch bessere Lösung.  Und so wie man Lothar Röser kennt, darf sich auch jeder mit eigenen Ideen konstruktiv an diesem Prozess beteiligen  -  sogar sein Stellvertreter André Gottschalk.

Offenbar haben Gottschalk und seine Parteifreunde bisher aufgrund fehlender Erfahrung noch Schwierigkeiten mit einem auch einmal öffentlich selbst-denkenden Bürgermeister, der nicht nur auf Zuruf seiner Partei agiert, aber sie haben ja noch ein paar Jahre Zeit, sich langsam daran zu gewöhnen.  Angriffe dieser Art aber zu veröffentlichen, wohl wissend, dass sein Chef zurzeit eine Fortbildung besucht und deshalb nicht reagieren kann, ist einfach nur schlechter Stil  -  ein Eigentor für Gottschalk und seine christlichen Demokraten.

Rainer Högner  - 20.04.2010



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