Pressecenter der Freien Wählergemeinschaft



Bürger übten deutliche Kritik

Diskussion mit der Freien Wählergemeinschaft beleuchtete Windhagens Schattenseiten

„Wir waren uns nicht sicher, ob überhaupt jemand zu uns kommt.“  meinte Hermann Bernardy, Schriftführer der Verbandsgemeinde-FWG.  „Die deutlichen Worte, die mancher Windhagener im persönlichen Gespräch zur Sprache bringt, traut sich kaum einer öffentlich zu äußern.“  Zu groß sei die Befürchtung, als Unruhestifter in Misskredit zu geraten.  Aber dann fand sich doch eine kritische Diskussionsrunde im Bürgerhaus zusammen und ließ kräftig „Dampf ab“.

„Windhagen hat kein Industriegebiet, Windhagen ist ein Industriegebiet.“  meinte einer der Gäste.  „Die Unternehmen machen hier einen richtig guten Job, aber die Kommunalpolitiker nicht.“  Das Windhagen von einst mit weniger Geld, aber viel Lebensqualität gebe es nicht mehr.  Windhagen sei heute ein guter Ort zum Geldverdienen, aber kein Ort zum Wohlfühlen.

Dass viele Bürger inzwischen mitten in einem Industriegebiet wohnen, liegt nach Meinung der Diskussionsteilnehmer an einer planlosen und bürgerfernen Kommunalpolitik, und einige der Gäste fragten, warum die Gemeinde sich nicht mit dem gleichen Engagement, das sie für die Bedürfnisse der Unternehmen aufbringe, auch für die Wohnqualität im Dorf einsetze.  Jede Kritik, auch wenn sie noch so vorsichtig geäußert wird, werde jedoch von den Verantwortlichen gleich so dargestellt, als sei man gegen die ansässigen Unternehmen.  „Ich betone ausdrücklich, dass die Firma Wirtgen am Standort Windhagen nicht zu ersetzen ist.“  stellte FWG-Pressesprecher Rainer Högner klar.  „Aber wir möchten den für die Gemeinde Verantwortlichen deutlich machen, dass auch ihre Bürger nicht zu ersetzen sind.“

Insbesondere zu den Kindern und Jugendlichen kehrte die Diskussion immer wieder zurück.  Deutliche Kritik gab es an der Planung zum Ausbau des kommunalen Kindergartens „Spatzennest“.  Ein Zuhörer warf der Gemeinde vor, aus Prestigegründen Millionen Euro für ein Forum außerhalb des Ortes auszugeben, aber nicht imstande zu sein, eine an den Bedürfnissen der Kleinsten und ihrer Betreuerinnen ausgerichtete Tagesstätte zu bauen.

Eine Mutter führte aus, dass die Kinder morgens auf dem Schulweg erst an einer Werksausfahrt vorbei und dann durch eine dunkle Unterführung laufen müssten, „in der ich mich auch als erwachsene Frau mulmig fühle“.  Auch der Weg über die Autobahnbrücke sei unzumutbar, erst recht das Radfahren, das in der ganzen Gemeinde lebensgefährlich sei.  Die Möglichkeiten für Fahrradfahrer, in die Nachbarorte zu kommen, seien kaum weniger riskant, Radwege kämen in der Vorstellungswelt der Windhagener Planer überhaupt nicht vor.  „Wenn hier bisher überhaupt etwas gemacht wurde, dann nur Fehler.“  lautete ein Kommentar.

Als „planerische Katastrophe“ bezeichnete einer der Bürger auch die unharmonische Bebauung rund um die Kirche im zentralen Ort.  Alles in allem zeigte der Diskussionsverlauf, wie kritisch so mancher Windhagener sein Dorf inzwischen sieht.  Dieser Abend unter dem Titel „Windhagener Monopoly“ wurde dann auch erkennbar gerne genutzt, um einmal unter Gleichgesinnten kräftig „Klartext“ zu sprechen.  Die Erkenntnisse aus dieser Veranstaltung will die FWG zukünftig auch in ihrer Fraktionsarbeit im Verbandsgemeinderat berücksichtigen und dieser Diskussion weitere folgen lassen.  Der FWG-Vorsitzende Willi Winter:  „Offensichtlich besteht in Windhagen ein echter Gesprächsbedarf außerhalb der Gruppe, die seit Jahrzehnten hier die Kommunalpolitik alleine bestimmt.  Heute haben wir viele Themen angesprochen, so dass wir kommende Diskussionen jetzt entsprechend den Bedürfnissen der Bürger gut planen können.“



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